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Lerne weiter das Lernen...

Im Zentrum des Workshops standen die Themen Zukunftskompetenzen und wie diese im vollgepackten Arbeitsalltag „nebenbei“ erworben werden können.

Wenn der Arbeitsalltag sehr stressig ist, funktioniert Lernen meist besser über kleine, in den Alltag integrierte Lernmomente. Entscheidend ist, Lernen als Teil der Arbeit zu betrachten statt als zusätzliche Aufgabe. Gleichzeitig kann das „gemeinsame“ Lernen auch zum Teamerlebnis werden und so neben dem Wissensstand auch die Beziehungsarbeit verbessern.

radar studios, © radar studios
Workshop der Digital-Lotsen-Sachsen beim IT- und Organisationsforum (ITOF) am 22. und 23. September 2026 im Flughafen Dresden. Foto: radar studios

Hier gibt es einen Kurzüberblick, wie man überhaupt im Alltag Lernen realisieren kann.

Klein, kleiner, Micro Learning: Besser als überhaupt nicht zu lernen ist, etwas Kleines zu lernen. Eine Neuigkeit aus einem Newsletter, ein Kurzbericht von einer Veranstaltung des Kollegen, ein interessanter Podcast auf dem Weg zur Arbeit: Micro-Learning ist bei Vielen bereits fester Bestandteil des Arbeitstages – ohne, dass man sich dessen bewusst wäre.

Learning-by-doing: Ein alter Hut? Nein, ein Erfolgsrezept, um das Gelernte fest zu etablieren. Menschen lernen nachhaltiger, wenn sie das Gelernte sofort anwenden können. Eine neue Tastenkombination oder ein Organisationshack, der beim Ablegen und Suchen von Unterlagen Zeit spart: Halten Sie Augen und Ohren offen und probieren Sie’s am besten gleich aus.

Schwarmintelligenz nutzen: Lernen macht im Team mehr Spaß und ist viel effizienter. Gegenseitiges Lernen spart Zeit. Also, warum nicht die Dienstberatung im Team nutzen und regelmäßig 5 Minuten für einen Wissenshappen reservieren?

Reflexion als Lernerlebnis: Oft merken wir gar nicht, was wir nebenbei an Wissen aufnehmen. Legen Sie feste kurze Termine in Ihren Kalender für Reflexion. Am Ende der Arbeitswoche hilft das, um sich (kleine) Erfolgserlebnisse bewusst zu machen und am Wochenanfang unterstützt das auch die Arbeitsplanung. Zusätzliches Dokumentieren der kleinen Lernerfolge zeigt über die Zeit, wie viel man "nebenbei" dazulernen kann.

Es ist augenscheinlich leichter als gedacht, nebenbei zu lernen. Mit dem richtigen Ansatz geht es noch einfacher. Im Workshop beim ITOF stellten wir deshalb zwei Lernmethoden vor und ließen die Teilnehmer in Gruppenarbeit ausprobieren, wie man ein Lernkonzept danach ausarbeiten kann. Es handelte sich um die Methoden Micro Learning und Social Learning. Am besten gelingt das Lernen in Kombination beider Methoden. Unser lotseneigenes Best-Practice für Micro-Learning ist unser Format „3 Fragen zu“ und eine Art Social Learning gibt es laufend in kommunen.app.

Für alle, die beim ITOF nicht dabei waren, haben wir ein kleines Konzept erstellt, um für eigene Themen das Lernen "nebenbei" zu erleichtern.

  • Konzept Micro Learning - zum Ausklappen und Ausprobieren

    1. Klein statt perfekt: Lernen Sie lieber 10 Minuten täglich als mehrere Stunden am Stück. Kleine Lernschritte sind einfacher umzusetzen und nachhaltiger.

    2. Lernen mit der Arbeit verbinden: Wählen Sie Themen, die Ihnen im aktuellen Arbeitsalltag helfen. Neues Wissen sollte möglichst sofort angewendet werden.

    3. Lernzeit fest einplanen: Blocken Sie kurze Lernzeiten im Kalender, zum Beispiel 10 Minuten pro Tag oder 30 Minuten pro Woche. Behandeln Sie diese Zeit wie einen wichtigen Termin.

    4. Wissen im Team teilen: Nutzen Sie Teammeetings für kurze Wissensimpulse, wie z.B. Tipp der Woche, eine neue Funktion, ein spannender Podcast. So profitieren alle voneinander.

    5. Eine Sache nach der anderen: Konzentrieren Sie sich auf ein konkretes Lernziel pro Woche, statt viele Themen gleichzeitig anzugehen.

    6. Erfolge sichtbar machen: Fragen Sie sich regelmäßig: Was habe ich neu gelernt? Was hat mir Zeit gespart? Was möchte ich als Nächstes ausprobieren?

    Teamregel: Lernen ist kein Zusatz zur Arbeit, sondern eine Investition in einen einfacheren und effizienteren Arbeitsalltag.

Beim Social Learning ist die Interaktion der Erfolgsfaktor. Das Team entwickelt kontinuierlich neue Kompetenzen, ohne zusätzliche Schulungszeiten oder umfangreiche Trainings. Lernen wird als fester Bestandteil der täglichen Zusammenarbeit etabliert. Es besteht aus den drei Ebenen kleine Lernimpulse, regelmäßiger Austausch und unmittelbare Anwendung im Arbeitsalltag. Wissen wird geteilt, Neues ausprobiert und Erfahrungen reflektiert. Dazu braucht es feste Zeit- und Begegnungsfenster für das Team. Voraussetzung ist, dass die Teamleitung 

  • Freiräume für Lernen schafft,
  • aktiv am Social Learning teilnimmt, 
  • Lernerfolge würdigt und 
  • Wissensaustausch fördert.
  • Teamkonzept Social Learning - zum Ausklappen und Ausprobieren

    Formate im Social Learning zum Ausprobieren

    Tipp der Woche

    Ziel: Praxiswissen schnell im Team verbreiten. Vorgehen: Jede Woche stellt eine Person einen hilfreichen Tipp vor. Zeitaufwand: 5 Minuten im Teammeeting Ergebnis: Alle Teammitglieder erhalten jede Woche mindestens einen neuen Impuls.

    Lernteams bilden

    Ziel: Gegenseitige Unterstützung fördern. Vorgehen: Zwei Mitarbeitende bilden für einen Monat ein Lern-Tandem und stellen sich die Fragen zu Lerninhalt, Unterstützungsbedarf und nächste Lernschritte. Zeitaufwand: 15 Minuten pro Woche Ergebnis: Wissen wird schneller umgesetzt und Hemmschwellen sinken.

    Online-Kanal „Lernimpulse“

    Ziel: Lernen jederzeit und unkompliziert ermöglichen. Inhalte: Links, Praxistipps, Erfolgsgeschichten Regel: Ein Beitrag sollte in weniger als 3 Minuten konsumierbar sein. Ergebnis: Eine wachsende Wissensbibliothek aus dem Team für das Team.

    Tipp: Das funktioniert wunderbar in kommunen.app!

    Ausprobier-Challenge

    Ziel: Lernen durch Anwenden Vorgehen: Jede Woche probiert jede Person mindestens eine neue Methode, Funktion oder Arbeitsweise aus, z.B. eine neue Softwarefunktion testen, einen neuen Prompt ausprobieren, einen Beitrag in kommunen.app schreiben etc. Zeitaufwand: Direkt während der täglichen Arbeit Ergebnis: Lernen wird Teil der Praxis.

    Lernerfolge sichtbar machen

    Ziel: Motivation stärken. Format im Teammeeting: Frage des Monats (Was hat dir in diesem Monat am meisten Zeit gespart oder die Arbeit erleichtert?) Die besten Ideen werden gesammelt und dokumentiert. Ergebnis: Gute Lösungen verbreiten sich schneller im Team.

Sie sehen: Lernen kann auch im vollen Arbeitsalltag "nebenbei" passieren. 

Viel Spaß beim Ausprobieren und Wissen teilen!