Interkommunaler Verbundraum "Ländliches Westerzgebirge"

  • gemeinsame Absichtserklärung
  • delegierende Zweckvereinbarung (Standesamt)
  • mandatierende Zweckvereinbarung (Bauamt)
  • delegierende Zweckvereinbarung (gemeinsamer Bauhof)
  1. Gemeinde Breitenbrunn,
  2. Stadt Eibenstock,
  3. Stadt Johanngeorgenstadt,
  4. Stadt Schönheide,
  5. Gemeinde Stützengrün und
  6. Verwaltungsgemeinschaft Zschorlau-Bockau

seit 2018

  • Interkommunale Zusammenarbeit im Bereich der Stadt- und Gemeindeverwaltungen durch die Gründung eines interkommunalen ländlichen Verwaltungszentrums
  • Zusammenarbeit im Bereich der Bauverwaltung und Standesamt


Bei den Gemeinden in der Grenzregion zur Tschechischen Republik sind auf Grund der im regionalen Vergleich etwas schwächeren Wirtschafts- und Arbeitsmarktsituation die Auswirkungen des demografischen Wandels besonders spürbar. Auch die angespannten Haushaltslagen sowie die in der Vergangenheit stattgefunden Konsolidierungen haben zur Einschränkung der bisherigen Leistungsfähigkeit geführt. Offene Stellen durch qualifizierte Fachkräfte zu besetzen wird immer schwerer sowie langwieriger, der Generationenwechsel in den Verwaltungen verschärft die Situation. Es droht den Verwaltungen ein großer Wissens- und Kompetenzverlust.

Um die Leistungsfähigkeit zu stabilisieren und die Eigenständigkeit zu sichern haben die Gemeinde Breitenbrunn, die Stadt Eibenstock, die Stadt Johanngeorgenstadt, die Stadt Schönheide, die Gemeinde Stützengrün und die Gemeinde Zschorlau in Verwaltungsgemeinschaft mit der Gemeinde Bockau von September 2018 bis Dezember 2020 ein Projekt zur Qualifizierung der Möglichkeiten der interkommunalen Zusammenarbeit durchgeführt. Mit Fördermittelunterstützung des Freistaates Sachsen (FR Demografie) und externer Unterstützung durch ein Kommunalberatungsunternehmen (KEM GmbH) wurde gemeinsam ein Handlungskonzept zur interkommunalen Zusammenarbeit erarbeitet.

Mit der geplanten interkommunalen, kooperativen und arbeitsteiligen Wahrnehmung von Verwaltungsaufgaben soll die rechtssichere Erledigung von Verwaltungsaufgaben der benachbarten eigenständigen Kommunen gestärkt werden, um diesen Herausforderungen zu begegnen. 

Mit Beginn des Projektes gab es bereits informelle Kooperationen im Bereich des Tourismus (u. a. touristische Radrouten, www.mulderadweg.de  oder www.karlsroute.eu) sowie einen gemeinsamen interkommunalen Bauhof  zwischen Stützengrün und Zschorlau ausgestaltet als Zweckverband.

In einer ersten Phase wurden verschiedene Handlungsfelder für eine zukünftige intensive interkommunale Zusammenarbeit untersucht. Im weiteren Verlauf des Projektes entstand anschließend die Idee, ein ländliches Verwaltungsdienstleistungszentrum aufzubauen, welches davon ausgeht, dass im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung von Verwaltungsprozessen die Bedeutung des Ortes und Zeit der Leistungserbringung kontinuierlich abnimmt. Somit ist es insbesondere für Aufgaben ohne direkten Bürgerkontakt und ohne die Notwendigkeit der Präsenz vor Ort möglich diese zu zentralisieren. Damit könnte eine höhere Spezialisierung und Fachlichkeit erreicht eine bessere Vertretbarkeit abgesichert und eine leistungsfähige sowie moderne Verwaltung mit attraktiven Arbeitsbedingungen etabliert werden.

Um nicht an Bürgernähe und Dienstleistungsorientierung zu verlieren, sollen vor Ort Servicebüros (Bürgerbüros) etabliert und der Ausbau der digitalen Schnittstellen (z. B. Online-Bürgerberatung via Videotelefonie) forciert werden.

Als ein Ergebnis, konnte festgehalten werden, dass trotz erkannter Notwendigkeit der Verwaltungsmodernisierung durch z. B. Vorantreiben der Digitalisierung, OZG-Umsetzung im Zuge der Vorhabensumsetzung, die damit einhergehenden Kosten mit den aktuell verfügbaren Eigenmitteln sowie Fördermöglichkeiten nicht von den Projektpartnern finanzierbar sind. Zur weiterführenden Betrachtung und perspektivisch zur Umsetzung werden daher auskömmliche externe Finanzierungsmöglichkeiten benötigt.

Als ein weiteres Ergebnis des Konzeptes wird von drei Projektpartnern die Gründung eines gemeinsamen interkommunalen Bauamtes angestrebt. Alle bestehenden Bauamtsaufgaben sollen nach Möglichkeit und Sinnhaftigkeit zusammengeführt und auf die drei Standorte verteilt werden. Dabei sollen fachliche Spezialisierungen herausgearbeitet und umgesetzt werden. Mit Stand Juni 2023 wird derzeit durch einen externen IT-Dienstleister eine technische Lösung entwickelt, welche die dafür notwendige IT-Infrastruktur abbilden soll.

Zudem konnten sich innerhalb des Netzwerkes fünf der sechs Gemeinden seit 2022 auf einen gemeinsamen Standesamtsbezirk mit Sitz in Eibenstock verständigen.

Gemeinde Zschorlau

Herr Bürgermeister Wolfgang Leonhard

August-Bebel-Str. 78

08321 Zschorlau

Tel. 03771 4104-0

Email: buergermeister@zschorlau.de