Besonders hervorzuheben ist die starke Beteiligung der öffentlichen Verwaltung: Rund zwei Drittel der Teilnehmenden kamen aus diesem Bereich. Das ist für den Business Integration Day neu und zugleich ein starkes Signal dafür, welchen Stellenwert KI und Digitalisierung inzwischen in der Verwaltung haben.
Dabei reichte das Interesse sowohl geografisch als auch über die kommunale Ebene hinaus. Neben Vertreterinnen und Vertretern aus Kommunen und kommunalen Einrichtungen waren unter anderem das Landesamt für Steuern und Finanzen, das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) und ein Tiefbauamt vertreten. Auch über Sachsen hinaus stieß die Veranstaltung auf Interesse: Teilnehmer kamen unter anderem aus Thüringen und Sachsen-Anhalt. Mit dem Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt war dabei auch ein neuer Kunde der SQL Projekt AG vor Ort.
Neben den Vorträgen und Live-Demonstrationen blieb bewusst viel Raum für Gespräche. Zahlreiche Expertinnen und Experten der SQL Projekt AG standen den Teilnehmenden für Fragen, konkrete Projektideen und den fachlichen Austausch zur Verfügung.

Diskutiert wurden dabei sowohl neue KI-Ansätze als auch ganz praktische Fragestellungen aus laufenden Vorhaben. Eine der Ideen: ein „Verwaltungsgedächtnis“, also eine KI-Lösung, mit der das Erfahrungs- und Fachwissen von Mitarbeitenden bewahrt werden kann, die in den kommenden Jahren in den Ruhestand gehen. Gleichzeitig ging es sehr konkret um das „How-to“ bestehender Digitalisierungsprojekte: Wie lässt sich KI sicher und nachvollziehbar in Verwaltungsprozesse integrieren? Welche Architektur ist dafür sinnvoll? Und wie können vorhandene Systeme und Daten eingebunden werden? Wie weit diese Verbindung von KI, Automatisierung und Integration inzwischen gehen kann, zeigte die SQL Projekt AG live anhand neuer Funktionen der Integrationsplattform TRANSCONNECT. Zu sehen war unter anderem, wie KI eigenständig Prozesse und Automatisierungen erstellt, wie KI vorhandene Automatisierungsprozesse nutzen kann, wie KI neue Konnektoren erstellt und wie sich KI-Modelle sicher und nachvollziehbar in Prozesse integrieren lassen.
Besonders anschaulich wurde das Zusammenspiel von KI und bestehenden Prozessen am Beispiel eines kommunalen Chatbots: Der Bürger kann über den Chatbot auf der Webseite seiner Kommune beispielsweise nach dem aktuellen Bearbeitungsstand eines Antrags fragen. Die KI versteht die Anfrage und nutzt im Hintergrund einen bereits vorhandenen TRANSCONNECT-Prozess, um die benötigten Informationen aus den angebundenen Fachverfahren abzurufen. So wird KI nicht zu einer isolierten Anwendung, sondern kann auf bestehende Automatisierungen und integrierte Verwaltungsprozesse zurückgreifen.
Auch weitere Partner der SQL Projekt AG zeigten konkrete Einsatzszenarien auf Basis von TRANSCONNECT. ICONTEC präsentierte die Umsetzung von XRechnung-Prozessen mit TRANSCONNECT. brainocons zeigte mit der Plattform brainomatics, wie papierbasierte Anträge digitalisiert und automatisiert in elektronische Antragsprozesse überführt werden können. Gleichzeitig lässt sich brainomatics in TRANSCONNECT-Prozesse integrieren, um dort KI-gestützte Aufgaben zu übernehmen.
Gerade diese Verbindung aus konkreten KI-Anwendungen, neuen Projektideen und offenem Erfahrungsaustausch machte den Business Integration Day auch in diesem Jahr aus. Denn Digitalisierung entsteht nicht allein durch Technologie, sondern vor allem dann, wenn Menschen aus Verwaltung, Wirtschaft und IT ihre Erfahrungen zusammenbringen und gemeinsam an praxistauglichen Lösungen arbeiten.
