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Von wegen Ferienzeit!

Bei Digital-Navigator Danny Morgner in Frohburg sind die formalen Weichen für den KI-Einsatz gestellt. Der Personalrat hat einer entsprechenden Dienstvereinbarung am 23.07.2026 zugestimmt. 

Auf seinen diesbezüglichen LinkedIn-Post erhielt Danny viele Rückmeldungen. Viele fragten sich, ob bei KI-Einsatz überhaupt eine Dienstvereinbarung notwendig oder ob es mit einer Anweisung nicht auch getan sei.

Wir haben Danny direkt gefragt, was sich die Stadt Frohburg vom künftigen KI-Einsatz erwartet und wie der Prozess der Abstimmung mit dem Personalrat ablief.

Auch „nebenan“ in Markranstädt geht es in Sachen KI voran. Unser Digital-Navigator Erik Hofmann berichtet, dass am 28.07.2026 die interne generative KI-Lösung „Govora“ im Rathaus Markranstädt ausgerollt wurde.

Govora ist eine KI-Plattform für die öffentliche Verwaltung. Sie bietet Funktionen wie Recherche in Gesetzen, Erstellung von Bescheiden, Transkription, Workflow-Unterstützung sowie Chatbots und Voicebots. Die Plattform wirbt mit DSGVO-konformem Hosting in Deutschland bzw. der EU. 

In Markranstädt war der nachweisbare Zeitgewinn der zentrale Treiber für die Einführung einer behördlich gesteuerten KI-Lösung. Erik war zur Premiere des Kurses „KI in der Praxis“ mit Axel Düker am 16.06.2026 bei uns, konnte im Nachgang das Wissen direkt anwenden und Effizienzpotenziale identifizieren und quantifizieren. Damit bot sich die Möglichkeit, sowohl messbare Produktivitätssteigerungen zu erzielen als auch bestehende Risiken im Umgang mit nicht regulierter KI-Nutzung zu adressieren.

Erik ist einer der Spezialisten unter den Digital-Navigatoren, wenn es um Informationssicherheit geht und legt deshalb auch besonderen Wert auf das Risikomanagement bei Verwaltungsdigitalisierung. Auf der Markranstädter E‑Learning-Schulungsplattform informiert er deshalb schon länger Mitarbeitende zu KI-Themen und sensibilisiert so zu Möglichkeiten, Risiken und Gefahren von KI-Anwendungen. Das ist das Fundament und der Rahmen für den späteren praktischen Einsatz.

Parallel dazu rückte das Risiko „Schatten-KI“ in den Fokus: IT-affine Mitarbeitende, die LLMs wie ChatGPT, Gemini, Claude etc. bereits nutzen oder nutzen wollten – ein „Alptraum“ für die Informationssicherheit. Trotz Dienstanweisung als formaler Grundlage, ließ sich die Nutzung faktisch nur durch vollständiges Sperren der Seiten mit offen zugänglichen LLMs unterbinden. 

Der nächste Trick der findigen Mitarbeiter? Der Griff zum privaten Endgerät.

Die Lektion aus Markranstädt: Was wir praktisch überall im digitalen Raum verfügbar haben und (privat) nutzen (können), lässt sich auf Dauer am Arbeitsplatz nicht aussperren. 

Die Lösung für Markranstädt: Eine behördliche KI-Lösung bereitzustellen, um die inoffizielle Nutzung weniger attraktiv zu machen.

Über mehrere Monate evaluierte Erik verschiedene Lösungen, insbesondere Langdock, Ayunis Core und Govora. Die Entscheidung fiel letztlich zugunsten von Govora vor allem aufgrund der deutlich günstigeren Preisgestaltung. Neben der Preisstruktur waren für Markranstädt die kurze Reaktionszeit auf Rückfragen und Erweiterungswünsche ausschlaggebend.

Es handelt sich bei Govora um ein junges Unternehmen, das sich im ISO‑27001‑Zertifizierungsprozess befindet. Das Hosting erfolgt – wie bei zahlreichen Anbietern – DSGVO-konform in einem Hetzner-Rechenzentrum. Der externe BfIS sowie der behördliche Datenschutzbeauftragte für Markranstädt haben die Lösung geprüft und freigegeben. Ein wesentlicher Vorteil ist die Ausgestaltung als Flatrate-Modell, sodass keine tokenbasierte Abrechnung erfolgt. Dies reduziert Abrechnungsaufwand, Kostenrisiken und Planungsunsicherheiten.

Das sagt Erik zu „seiner“ Wahl: „Kleinere Kommunalverwaltungen werden bei großen Plattformanbietern häufig nicht priorisiert. Bei Govora konnten wir eine verlässliche Betreuung sicherstellen. Die Lösung umfasst neben klassischer Texterstellung und Textüberarbeitung auch Bildgenerierung. Aktuelle Modelle (z. B. ChatGPT 5.6) stehen zur Verfügung. Zudem kann eine behördeneigene Wissensdatenbank aufgebaut werden, etwa mit Dienstanweisungen oder der Ortsrechtssammlung. Darüber hinaus bietet Govora weitere KI-Module für den kommunalen Einsatz, beispielsweise Transkription von Besprechungen, Live-Übersetzungen, Chatbots für kommunale Websites und Ratsinformationssysteme sowie die Möglichkeit zur KI-gestützten Automatisierung von Verwaltungsprozessen. Dadurch kann die Lösung schrittweise auch auf weitere Anwendungsfälle und Fachbereiche innerhalb der Verwaltung ausgeweitet werden.

Positiv hervorzuheben sind vorgefertigte Assistenten für E-Mail-Erstellung und Textoptimierung, die den Einstieg für Mitarbeitende erleichtern. Eine Schulung durch den Anbieter ist im Leistungsumfang enthalten. In Kombination mit einem Live-Chat reduziert dies insbesondere für KI-Neulinge Hemmschwellen. Vergleichbare Schulungsleistungen waren bei anderen Anbietern nur kostenpflichtig vorgesehen. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, Team-Prompts über eine Promptbibliothek zu teilen und in Projekten kollaborativ zu arbeiten.“

Wie funktioniert nun der sichere Prozess in Markranstädt, wie die „offizielle“ KI genutzt werden kann?

Vor der Freischaltung von Zugängen melden die Mitarbeitenden ihren Bedarf per E-Mail an Erik und geben an, welche KI-Modelle sie zu welchen Zwecken nutzen möchten. Dadurch kann der Einsatzbedarf strukturiert erhoben werden. Anschließend führt Erik eine interne KI-Schulung durch, in der rechtliche Rahmenbedingungen (u. a. zum EU AI Act), technische und inhaltliche Grenzen der KI (Bias, Halluzinationen etc.), Grundlagen des Promptings sowie weitere relevante Aspekte behandelt werden. Erst nach Abschluss der Schulung erhalten die Teilnehmenden ihre individuellen Zugänge. Ziel dieser Vorgehensweise ist, einen fachlich sinnvollen Einsatz von KI mit einem möglichst hohen Maß an Sicherheit zu gewährleisten und typische Fehlerbilder zu vermeiden.

In Markranstädt hat sich durch Eriks Einsatz ein sicheres Prozedere etabliert und eine Lösung Einzug gehalten, die fachlichen Nutzen für möglichst viele Mitarbeitende bringen soll.

„Mit dem Leistungsumfang von Govora können wir in Markranstädt durch ein transparentes Flatrate-Modell Effizienzgewinne für Führungskräfte und Mitarbeitende erreichen, die Ergebnisqualität erhöhen und die Schatten-KI-Nutzung ohne zusätzlichen administrativen Mehraufwand spürbar reduzieren. Eine Win-Win-Situation.“, sagt Erik.

Erik und Danny sind nicht die Einzigen

Auch Grimma trägt sich gerade mit dem Gedanken, KI einzusetzen. Zu diesem Zweck läuft gerade in kommunen.app in der KI-Community eine Umfrage, um das Erfahrungsnetzwerk anzuzapfen. Erik wird sicher dort als Gesprächspartner erste Erkenntnisse aus dem Live-Einsatz von Govora in Markranstädt teilen – und ein Besuch vor Ort lohnt sich vielleicht auch!

Wer Näheres wissen will, kann auch Danny in kommunen.app erreichen und so die kollektive Intelligenz vergrößern! 

Mehr zum Thema Künstliche Intelligenz gibt es auch im aktuellen Sachsenlandkurier 3/26.